




Dieses Buch ist wohl nur was für Anhänger der “alternativen” Geburt/Schwangerschaft mit deutlich esotherischen Ambitionen. Ich habe es leider nicht geschafft, bis zum Ende durchzuhalten, so unerträglich fand ich das ewige Wettern gegen die Schulmedizin (und im Zuge dessen auch gegen künstliche Befruchtung etc.), was ja leider auch von vielen Hebammen praktiziert wird. (Ich verstehe noch immer nicht, wieso man in der Hinsicht so intolerant sein muss….mir ist klar, dass Schulmedizin mit ihrer Vorrangstellung in Deutschland in Sachen Geburt ein leichtes Feindbild abgibt und der Hebammenstand einen schwierigen Stand hat, das wird aber nicht dadurch verbessert, dass von dieser Seite her alles verteufelt wird, was die Mediziner machen – auf mich hat das eher eine abschreckende Wirkung… aber zurück zum Buch:)
Schwierigkeiten hatte ich auch mit den einerseits banalen Vorschlägen zur Kontaktaufnahme mit dem Ungeborenen (mal ehrlich, wer kommt nicht auf die Idee, in Gedanken mit dem Kind zu reden, wer macht sich keine Vorstellungen vom künftigen Leben des Kindes und des eigenen mit Kind???), andererseits ziemlich absurden und abgehobenen Vorschlägen. Zwar bin ich mir sicher, dass ein “sich treiben lassen im warmen Wasser” gut für die Entpsannung der Mutter ist, – dass man sich aber dadurch dem Baby näher fühlt und sich gar an seine eigenen pränatalen Erfahrungen erinnern kann, das kann man sich zwar einbilden – wissenschaftlich ist das aber wohl kaum zu beweisen.
Wie auch immer, für mich war dieses Buch nicht hilfreich. Wie gut, dass ich es nur geliehen hatte!
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Via Nova; Auflage: 1., Aufl. (August 2004)
ISBN-10: 3936486689





Dies ist der zweite Band um Pater Jeremy Blackshaw, den jesuitischen Priester, und seinen lebenslustigen Freund, den Wundarzt Alan Ridgeway. Dieses Mal ist der gewaltsame Tod einer Hebamme aufzuklären, doch birgt dies auch einige Gefahren für Leib und Leben. Es werden weitere Morde und Anschläge verübt bis schließlich die Hintergründe der Tat aufgeklärt werden können…. Während sowohl Sir Orlando als auch Alan Ridgeway damit zu kämpfen haben, ihre jungen Ehefrauen zu verstehen, folgt Pater Blackshaw seinen Instinkten und jedem noch so kleinen Hinweis. Doch alles versinkt in Chaos als der große Brand von London ausbricht.
Wie schon im ersten Roman gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten. Wieder gibt es ganz nebenbei Informationen zum damaligen Leben, einerseits über Charles II. und seine Mätressen, über die Arbeit der Hebammen und schließlich die Geschichte der Katholiken im protestantischen England.
Natürlich sind auch die alten Bekannten aus dem ersten Band, Lady Amoret St. Clair und der Ire Breandan mit von der Partie.
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der sich auch lesen läßt, wenn man den ersten Teil nicht kennt (andernfalls kommen einem die erklärenden Zusammenfassungen der Vorgeschichte manchmal etwas überflüssig vor…. aber nicht jeder „frisst“ die Bücher direkt hintereinander, da ist ein bißchen Auffrischung vielleicht gar nicht verkehrt). Sehr zu empfehlen!
Broschiert: 604 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Mai 2006)
ISBN-10: 3426629690





Dieser Erstling von Sandra Lessmann ist ein sehr spannender historischer Krimi. Die Handlung spielt in London 1665, wo plötzlich mehrere Giftmorde die Stadt erschüttern. Sir Orlando Trelawney berauftragt daraufhin Jeremy Blackshaw, einen Arzt und heimlichen jesuitischen Priester und den Wundarzt Alan Ridgeway, ihm bei der Suche nach dem Täter behilflich zu sein. Alles deutet auf den jungen, temperaentvollen Iren Breandan, der auch recht bald von der Obrigkeit als Verdächtiger festgenommen wird. Doch Jeremy glaubt an seine Unschuld und versucht zu helfen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn es ist ungewiss, wann die Richter ihr (Todes)Urteil fällen und wie lange Breandan in dem schrecklichen Newgate-Gefängnis überleben kann.
Die Autorin schildert gekonnt und vor allem spannend die damaligen Zustände in der Großstadt, Berufsstände, Gerichtsbarkeit, hygienische Verhältnisse und Medizin, Glaube und Aberglaube, ohne dabei den Kriminalfall aus den Augen zu verlieren.
Ein Buch, das zu lesen Spass und Lust auf mehr macht! Wie gut, dass es noch weitere Romane der Autorin rund um das Ermittlerduo Ridgway/Blackshaw gibt….
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (1. August 2005)
ISBN-10: 3426629607





Ein historischer Krimi aus Frankfurt – Ines Thorn beschreibt in diesem Roman die Zustände in Frankfurt 1532, als auf dem Galgenberg die Leiche einer Hure gefunden wird. Richter Blettner, der in diesem Fall eigentlich ermitteln soll, will den Fall möglichst schnell als Selbstmord ad acta legen, doch er hat die Rechnung ohne seine Frau und seine Schwiegermutter gemacht. Diese beiden etwas feministisch eingestellten Heldinnen sind partout anderer Meinung als der Richter und so entwickelt sich eine spannende Geschichte, gewürzt mit viel Humor und kulinarischen Tipps zur heimischen Küche. Der Leser ahnt zwar recht bald die Zusammenhänge, nichtsdetsoweniger ist es eine nette Geschichte mit einerseits unterhaltsamen Dialogen andererseits aber auch ganz unappetitlichen Schilderungen. Kein Buch für zart besaitete Gemüter, denn die Parallelhandlung der jungen Agnes ist wirklich in aller Deutlichkeit (manchmal vielleicht sogar mit zuvielen Details) ausgemalt.
Trotzdem ein Buch, dass ich den Freunden des historischen Romans unbedingt ans Herz legen möchte, denn in keinem Buch von Ines Thorn haben mir die Dialoge so gut gefallen wie in diesem hier.
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. April 2008)
ISBN-10: 3499246031