




“Dieser Roman ernthält alle Ingredienzien eines Schmökers: Liebe, Eifersuch und Abenteuer.” So verspricht es der Klappentext – und er behält recht. Zwar erwartet man, dass man sofort in der Wüste bei den Tuareg landet und ist vielleicht überrascht, wenn man ersteinmal für etwa 400 Seiten in Frankreich verbleibt, aber daran gewöhnt man sich, denn die Handlung ist spannend erzählt und gut recherchiert.
Die Geschichte der beiden Jungen Paul und Moussa, die ihre Kindheit gemeinsam in Frankreich verbrachten und die sich Jahre später im Land der Tuareg gegenüberstehen. Es gibt viel, was sie verbindet und viel, was sie trennt.
Wenn man so will, ist das Buch zweigeteilt – zunächst in Frankreich geht es um das gemeinsame Aufwachsen der beiden, die Anfeindungen gegen den Mischling Moussa von Klassenkameraden, Lehrern und anderen Mitgliedern der Gesellschaft, aber auch um die tiefe Freundschaft und Verbundenheit und ihre vielschichtigen Charaktere. Eben jene Freundschaft aber wird dann im zweiten Teil auf eine harte Probe gestellt, als Paul an einer Expedition der französischen Armee teilnimmt und ein wahres Massaker der Tuareg an den Franzosen miterlebt – und dann auf seinen alten Gefährten trifft: Moussa, der jetzt als Tuareg lebt und fühlt. Die Zerissenheit Moussas, der in den Franzosen den imperialistischen Feind kennengelernt hat und der sich doch an die gemeinsam verbrachte Zeit erinnert, sich aber zugleich den Vorwürfen Pauls stellen muss und den Schwierigkeiten, dem eigenen Volk noch immer ein Fremder zu sein.
Der Roman besticht durch seine Vielschichtigkeit bei allen Personen, es gibt keine Schwarzweiß-Malerei der beiden Kulturen, sondern es wird stattdessen auf die unterschiedlichen Figuren und ihre Sichtweisen und Prägungen eingegangen. Sowohl Paul als auch Moussa sind Helden – die eigentlich beide auf der gleichen Seite der Toleranz stehen….
Ganz nebenbei lernt man viel über die Tuareg und das Leben und Denken in der Wüste, über die Politik von damals, die Ängste und Ziele der verschiedenen Völker – nicht nur Franzosen und die verschiedenen Tuareg-Stämme, sondern auch die Nachbarländer haben hier Anteil.
Ein wirklich bemerkenswertes Buch, wenn auch stellenweise recht brutal, gut geschrieben und psychologisch genau beobachtet. Die Figuren leben und man lebt mit ihnen – das macht ein wirklich gutes Buch aus!
Taschenbuch: 896 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2005)
ISBN-10: 3423207701
(Originaltitel: Playing for the ashes)





Der siebte Fall des Ermittlerduos Lynley/Havers bietet wieder einiges an Spannung, Humor und interessanten Verwicklungen.
Der Tod des Cricket-Nationalspieler Kenneth Fleming bringt Lynley und Havers ordentlich ins Grübeln. Nachdem alles zunächst wie ein Unfall aussieht, steht doch recht bald fest, dass es keiner war. Nur die Frage bleibt: handelt es sich um ein sportliches Motiv, Konkurrenz im Team oder eher um eine Frauengeschichte, denn immerhin wurde er im Haus seiner Geliebten ermordet. Seine Ex-Frau? Ihr gemeinsamer Sohn? Und was für ein Verhältnis hatte er zu Miriam Whitelaw, bei der er eigentlich wohnte, die aber altersmäßig seine Mutter sein könnte? Und was ist mit deren Tochter Olivia – fürchtete sie vielleicht um ihr Erbe?
Lange Zeit tappen Lynley und Havers im Dunkeln, bis Lynley sich entschließt, entgegen der Meinung seiner Vorgesetzten Hillier und Webberly mit der Presse zusammenzuarbeiten.
Ein spannend erzählter Krimi, der zugleich eine tragische Geschichte erzählt – für meinen Geschmack aber zum Ende hin mit einigen Längen. Erfreulicherweise hat man auf Simon St. James in diese Buch verzichten können – leider nicht auf Lady Helen. Beide Figuren sind meiner Meinung nach recht überflüssig. Simon wegen seiner Eindimensionalität und Lady Helen deshalb, weil sie einfach nur nervt. Gerade in diesem Buch wird sie als geistig recht beschränkt dargestellt (hallo, wer weiß denn bitte nicht, dass Metall nicht in die Mikrowelle gehört? oder dass man mit dem Joggen langsam anfangen muss?), dass man sich fragt, was will ein intelligenter Mann wie Lynley eigentlich von so einer?!
Sehr humorvoll sind dagegen die Passagen zwischen Lynley und Havers, allem voran sein Besuch in ihrer neuen Behausung. Die wurde zum Glück auch im Film übernommen.
Insgesamt aber ein sehr schöner Fall, der zu den besseren der Reihe gehört.
Gebundene Ausgabe: 756 Seiten
Verlag: Blanvalet (1995)
ISBN-10: 3764510951





Also das Buch ist schon interessant, bietet aber wenig Neues, wenn man sich schon intensiv mit der Entstehung von Leben (Zellteilung, Spezialisierung von Zellen, wann entstehen und reifen die Sinnesorgane etc.)auseinandergesetzt hat – das Geheimnis für einen selbst also schon etwas “gelüftet” ist.
Außerdem ist das Buch für Leute geschrieben, die sich schon etwas mit den biologischen Termini auskennen; nicht jedem ist geholfen, wenn von Synapsen, Kortex oder von Neurotransmittern die Rede ist… Die Begriffe werden zwar hier und da “übersetzt” und erklärt, allerdings eher sporadisch und es gibt kein Stichwortverzeichnis zum Nachschlagen, falls einem mal eines entfallen ist.
Für Einsteiger in die Materie also zu schwierig und bei denen, die sich schon eingearbeitet haben, kann es sein, dass das Buch nicht mehr viel Neues bietet (so wie es mir erging).
Broschiert: 139 Seiten
Verlag: Patmos; Auflage: 1 (15. April 2007)
ISBN-10: 3491421101






Eines steht von Anfang an fest, schon bevor man das Buch überhaupt gelesen hat: hier haben sich zwei zusammengetan, um vom gegenseitigen Erfolg zu profitieren – ob das nun das Hauptanliegen von Teuber und Gablé war oder ob die Idee der Hauptantrieb waren, sei dahingestellt.
Trotzdem sollte man sich davon nicht beeinflussen oder gar abhalten lassen, das Buch zu lesen, denn geboten bekommt man doch immerhin eine nette Geschichte, die durchaus stattgefunden haben könnte… damals in grauer Vorzeit, wo in Elasund ein wikingerähnliches Volk lebt.
So beginnt eine Geschichte von Auswanderung, Seefahrerei, Entdeckung einer Insel und deren Besiedelung und das alles gespickt mit dem, was eine Gesellschaft so ausmacht: Emotionen, Emotionen, Emotionen. Liebe, Hass, Glaubenszwistigkeiten alles wunderbar beschrieben und dabei nehmen die Figuren nach und nach lebhaft Gestalt an.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, lediglich die Darstellung der Religionen (Christentum vs. nordische Gottheiten) gefiel mir nicht so, da sie einerseits recht viel Platz einnahm, andererseits aber recht eindimensional dargestellt wurde – die guten Christen gegen die verbohrten, unaufgeschlossenen Traditionen der Anhänger Odins, die bis auf eine Ausnahme alle negativ dargestellt sind. Das hätte man vielleicht etwas weniger polarisierend darstellen können.
Der Schluss wiederum hat mir sehr gut gefallen – ein halboffenes Ende, kein eindeutiges Happyend, aber eben auch nicht zu negativ.
Taschenbuch: 800 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag); Auflage: 1. Auflage November 2005
ISBN-10: 3404153960