




Ein herrlich erfrischender Roman für alle, die selbst Kinder haben: die chaotische Constanze wird von ihrem Mann verlassen und steht auf einmal da mit ihren zwei Kindern und dem uralten, abgewohnten Haus ihrer ehemaligen Schwiegermama. Da hilft nur eins: man muss sich neu organisieren. “Wie gut, dass es die Mütter-Society in der Siedlung gibt!”, denkt Constanze. Aber Irrtum! Die wohlmeinenden, hilfsbereiten Mütter entpuppen sich schon bald als lästige, neurotische Über-Mamis. Herrlich beschreibt die Autorin hier die verschiedenen Mami-Typen der Siedlung, ihr gegenseitiges Unterdrucksetzten und wie sie ihre Sprösslinge (v)erziehen.
Ein sehr komisches Buch, denn als Mutter trifft man im Leben sehr schnell auf diesen Frauentyp “mein Kind ist das schönste, intelligenteste und natürlich frühreifste Wesen auf diesem Planeten”, “WAS, du hast dein Kind noch nicht zum [...]-Kurs angemeldet?!? (wahlweise: PeKiP, Babyschwimmen, vorgeburtlicher Englischkurs, Mutter-Kind-Yoga, etc.).
Einen Stern Abzug gabs für mich aus zwei Gründen: einerseits weil die Protagonistin doch ein bißchen sehr naiv ausfällt (besonders in Bezug auf ihren Ex-Ehemann) und zweitens finde ich das Ende nicht so gelungen. Man merkt deutlich, dass hier diverse Fortsetzungen geplant sind – die würde ich trotz der schlechten Kritiken auch trotzdem lesen – grundsätzlich ja nicht verkehrt, denn zu dem Thema lässt sich sicher noch mehr schreiben, aber ein bißchen mehr Mühe hätte man sich doch geben dürfen, es wirkt ein bißchen abgeschnitten auf mich.
Dafür punktet das Buch durch seinen schrägen Humor und seine Leichtigkeit. Für Bücher mit viel Tiefgang hat man als junge Mami ja eh selten Zeit.
In Kürze mehr zu Teil II (Die Patin) und Teil III (Gegensätze ziehen sich aus).
31. Dezember 2010 – 19:00
20. November 2010 – 14:36





Dieses Buch von Levy fand ich äußerst schwach und habe mich regelercht darüber aufgeregt. In der ersten Hälfte war es vor allem Susan, deren egoistische Entscheidungen mich so erbost haben – dass sie über den Kopf ihres Lebensgefährten hinweg entscheidet, wie es für sie am Besten ist, dass sie nicht einmal ansatzweise danach fragt, wie es ihm damit geht und dass sie ihm ihre Entscheidungen erst in letzter Minute mitteilt. Gleichzeitig erwartet sie auch noch in ihrem Innern, dass er ihr über Jahre der Distanz hinweg treu bleibt, obwohl sie ihn wie den letzten Dreck behandelt.
Philip dagegen ist ein blasse Figur, dessen Verhalten sich erstmal darauf beschränkt, bemitleidenswert einsam zu sein und unter Susans Entscheidungen zu leiden. Trotz seiner angeblich so tiefen Liebe zu ihr bleibt er leidenschaftslos und passiv, erduldet alles und macht nie eine Szene…. keiner von beiden realisiert die zunehmende und vor allem vorhersehbare Entfremdung in ihrer Beziehung.
Im zweiten Teil geht es dann im Prinzip so weiter, Philip kümmert sich ohne Weiteres um Susans Tochter – ohne auch nur den geringsten Zweifel oder ein bißchen Wut über Susans bestimmendes Verhalten. Diesmal ignoriert er die Gefühle seiner Frau und richtet seinen ganzen Lebensmittelpunkt auf Susans “Hinterlassenschaft” (die Tochter) aus. Frau und Sohn spielen kaum noch eine Rolle und er verhält sich nun ebenso egoistisch gegenüber seiner Familie wie Susan ihm gegenüber….
Ein Buch über die Liebe? Fehlanzeige! Eher ein Buch über grenzenlose Selbstsucht (einer angeblich so selbstlosen Frau, bedenkt man ihr soziales Engagement…) und Egoismus – sozusagen ein Leitfaden dafür, wie man eine Beziehung/Ehe nicht führen sollte…. das Ende klingt dann wie ein halbes Happy-End, das in der Realität so aber überhaupt nicht glaubwürdig erscheint.
Schade um die Lesezeit!