Kerstin Gier – Die Mütter-Mafia



Ein herrlich erfrischender Roman für alle, die selbst Kinder haben: die chaotische Constanze wird von ihrem Mann verlassen und steht auf einmal da mit ihren zwei Kindern und dem uralten, abgewohnten Haus ihrer ehemaligen Schwiegermama. Da hilft nur eins: man muss sich neu organisieren. “Wie gut, dass es die Mütter-Society in der Siedlung gibt!”, denkt Constanze. Aber Irrtum! Die wohlmeinenden, hilfsbereiten Mütter entpuppen sich schon bald als lästige, neurotische Über-Mamis. Herrlich beschreibt die Autorin hier die verschiedenen Mami-Typen der Siedlung, ihr gegenseitiges Unterdrucksetzten und wie sie ihre Sprösslinge (v)erziehen.
Ein sehr komisches Buch, denn als Mutter trifft man im Leben sehr schnell auf diesen Frauentyp “mein Kind ist das schönste, intelligenteste und natürlich frühreifste Wesen auf diesem Planeten”, “WAS, du hast dein Kind noch nicht zum [...]-Kurs angemeldet?!? (wahlweise: PeKiP, Babyschwimmen, vorgeburtlicher Englischkurs, Mutter-Kind-Yoga, etc.).

Einen Stern Abzug gabs für mich aus zwei Gründen: einerseits weil die Protagonistin doch ein bißchen sehr naiv ausfällt (besonders in Bezug auf ihren Ex-Ehemann) und zweitens finde ich das Ende nicht so gelungen. Man merkt deutlich, dass hier diverse Fortsetzungen geplant sind – die würde ich trotz der schlechten Kritiken auch trotzdem lesen – grundsätzlich ja nicht verkehrt, denn zu dem Thema lässt sich sicher noch mehr schreiben, aber ein bißchen mehr Mühe hätte man sich doch geben dürfen, es wirkt ein bißchen abgeschnitten auf mich.
Dafür punktet das Buch durch seinen schrägen Humor und seine Leichtigkeit. Für Bücher mit viel Tiefgang hat man als junge Mami ja eh selten Zeit. ;-)

In Kürze mehr zu Teil II (Die Patin) und Teil III (Gegensätze ziehen sich aus).

1 Kommentar

  1. geschrieben am 27. Mai 2011 um 20:22 Uhr | Permalink

    Kerstin Gier – Die Patin

    Also mir persönlich hat der erste Teil deutlich besser gefallen. Die Dialoge wirkten irgendwie spritziger und die Handlung weniger vorhersehbar. Und irgendwie schien mir der thematische Schwerpunkt nicht mehr da zu liegen, wo er im ersten Teil gelegen hatte. Statt zahlreicher bissiger Seitenhiebe auf die Super-Mammis, standen vielmehr die familiären Probleme von Constanzes Familie und ihren Freunden im Vordergrund. Mit der “Mütter-Mafia” im Kampf gegen die Spießer-Mamis war da irgendwie nicht mehr viel…. Schade, da hatte ich mehr erwartet!
    Trotzdem wars unterhaltsam und flüssig zu lesen

Einen Kommentar schreiben

Ihre Daten werden niemals an Andere weiter gegeben.
Die Email-Adresse wird nicht angezeigt. Notwendige Felder sind so markiert: *

*
*