(Originaltitel: Playing for the ashes)
Der siebte Fall des Ermittlerduos Lynley/Havers bietet wieder einiges an Spannung, Humor und interessanten Verwicklungen.
Der Tod des Cricket-Nationalspieler Kenneth Fleming bringt Lynley und Havers ordentlich ins Grübeln. Nachdem alles zunächst wie ein Unfall aussieht, steht doch recht bald fest, dass es keiner war. Nur die Frage bleibt: handelt es sich um ein sportliches Motiv, Konkurrenz im Team oder eher um eine Frauengeschichte, denn immerhin wurde er im Haus seiner Geliebten ermordet. Seine Ex-Frau? Ihr gemeinsamer Sohn? Und was für ein Verhältnis hatte er zu Miriam Whitelaw, bei der er eigentlich wohnte, die aber altersmäßig seine Mutter sein könnte? Und was ist mit deren Tochter Olivia – fürchtete sie vielleicht um ihr Erbe?
Lange Zeit tappen Lynley und Havers im Dunkeln, bis Lynley sich entschließt, entgegen der Meinung seiner Vorgesetzten Hillier und Webberly mit der Presse zusammenzuarbeiten.
Ein spannend erzählter Krimi, der zugleich eine tragische Geschichte erzählt – für meinen Geschmack aber zum Ende hin mit einigen Längen. Erfreulicherweise hat man auf Simon St. James in diese Buch verzichten können – leider nicht auf Lady Helen. Beide Figuren sind meiner Meinung nach recht überflüssig. Simon wegen seiner Eindimensionalität und Lady Helen deshalb, weil sie einfach nur nervt. Gerade in diesem Buch wird sie als geistig recht beschränkt dargestellt (hallo, wer weiß denn bitte nicht, dass Metall nicht in die Mikrowelle gehört? oder dass man mit dem Joggen langsam anfangen muss?), dass man sich fragt, was will ein intelligenter Mann wie Lynley eigentlich von so einer?!
Sehr humorvoll sind dagegen die Passagen zwischen Lynley und Havers, allem voran sein Besuch in ihrer neuen Behausung. Die wurde zum Glück auch im Film übernommen.
Insgesamt aber ein sehr schöner Fall, der zu den besseren der Reihe gehört.
Gebundene Ausgabe: 756 Seiten
Verlag: Blanvalet (1995)
ISBN-10: 3764510951
