Nun hab ich sie auch gelesen, die Bis(s)-Serie – zumindest zu 3/4, denn den vierten Teil spare ich mir vorerst, da die Kritiken so schlecht waren.
Ich verstehe den Hype nicht so ganz, auch wenn ich mich durchaus gut unterhalten und gefesselt fühlte. Vermutlich ist das ein Effekt der Vermarktung…. denn der grausam blöde Titel kanns ja wohl nicht sein. Warum gewöhnen wir Deutschen es uns eigentlich nicht ab, schlechte Titel zu finden???
Die Handlung
Eine 17jährige verliebt sich in den hübschesten Jungen an ihrer neuen Schule, entdeckt sein Geheimnis und gewinnt ihn für sich. Ende Teil 1. Sie streiten sich, trennen sich und versöhnen sich wieder – nebenbei und zwischendurch: Probleme mit bösen Monstern und Freundschaft mit einem anderen. Ende Teil 2. Es gibt eine kleine Rivalität zwischen dem Freund und dem Geliebten, ein paar von den vertriebenen Monstern kehren zurück, um sich zu rächen. Die drohende Gefahr wird vom Helden abgewendet. Ende Teil 3.
Ja, so platt kann man es tatsächlich zusammenfassen.
Etwas detaillierter ergibt sich dann ein amerikanisches High-School-Milieu in der Provinz, wo sich so ziemlich alle Jungen in die neue Mitschülerin Bella Swan verlieben, die aber nur Augen hat für Edward Cullen. Seine anfängliche Distanz verwundert sie und daher sucht sie den Kontakt. Als er ihr dann auch noch auf mysteriöse Weise das Leben rettet, ist sie bereits unsterblich in ihn verliebt – und natürlich erwiedert er diese Gefühle. Einiges an Konflikten ergibt sich aus der Tatsache, dass er ein Vampir ist und sich nicht an die Regeln selbiger hält – und als sie sich dann später auch noch mit Jacob anfreundet, der ein Werwolf ist (ein guter natürlich!) kommt es zu Spannungen zwischen den Liebenden. Zwischendurch tauchen andere, böse Vampire auf, die Bella gern töten wollen, auch Edwards Familie muss überzeugt, dass die beiden ein Traumpaar sind un schließlich steuert dann alles aufs große Happy End zu.
Die Personen
Ein wunderschönes Mädchen voller Selbstzweifel, ein strahlender alleskönnender Held und ein fast so strahlender, bester Freund.
Dazu einen sozialinkompetenten, verantwortungslosen Vater, eine nur nebenbei der Vollständigkeit halber erwähnte Mutter – und eine “Ersatz”-Familie mit lauter wundersamen Fähigkeiten. Und eine Gruppe von ziemlich durchschnittlichen, klischeehaften Klassenkameraden.
Achja, und natürlich ein paar durch und durch böse Gestalten mit ebenfalls wundersamen, gefährlichen Fähigkeiten.
Der Stil
Hier finde ich es erstaunlich, dass man das Buch tatsächlich lesen mag, obwohl das Vokabular sehr schlicht gehalten ist und sich nahezu ununterbrochen wiederholt. Trotzdem kann ich nicht abstreiten, dass es sich spannend liest, dass die Handlung zu fesseln weiß und die kitschige Romantik durchaus den ein oder anderen Nerv zu treffen weiß.
Man muss zugute halten, dass es immerhin so flüssig geschrieben ist, dass auch untrainierte Leser nicht nur bei der Stange gehalten werden, sondern auch zu wahren Buchverschlingern werden.
Das (überraschende) Ergebnis
Ich mag es kaum sagen, denn ich weiß nicht, wie es kommt, aber ich mag die Bücher durchaus. Die geschaffene Welt hat was, obwohl sie so unglaubwürdig ist, obwohl der Held einfach zu gottgleich sein soll und obwohl da ein grausliches, prüdes, amerikanisches Bild der Frau durchscheint… Woran liegts? Ich weiß es nicht. Manchmal mag frau einfach sowas lesen….. echte Superhelden, gänzlich ohne Anspruch und dazu noch so abgehoben, dass es weit von der tatsächlichen Wirklichkeit wegführt. Warum also nicht?
Erfreulich auch, dass der Sex zumindest in Band 1-3 ausbleibt (wenn auch nicht aus den Köpfen). Immerhin, das wollen wir nicht vergessen, handelt es sich um ein Jugendbuch.
Nein, im Ernst, ich habe es einfach satt, eine schöne Sache durch banale Wörter lächerlich zu machen, wie es leider viel zu oft vorkommt. Das ist auch ein Grund, warum ich den vierten Teil erstmal nicht lesen werde, denn da soll sich das ja engeblich ändern….außerdem hatte ich keine Lust auf Friede, Freude, Eierkuchen in Form von Hochzeit, Erstes Mal, Kindersegen. Das spannende Element ist doch nunmal “die Jagd” – kriegen sie sich, kriegen sie sich nicht und wie wird das ausgefochten. Mehr will ich doch gar nicht wissen.
Broschiert: 512 Seiten | 576 Seiten | 640 Seiten
Verlag: Carlsen; 1., Aufl. (Februar 2008) | 1., Aufl. (14. Februar 2009)| 1., Auflage (2. Februar 2010)
ISBN-10: 3551356904 | 355135782X | 3551358052

1 Kommentar
Ich habe nun doch noch den vierten Teil gelesen. Er bot einige interessante Aspekte, war aber im Großen und Ganzen recht vorhersehbar und (noch) weniger glaubwürdig, als die vorangegangenen Teile. Die Heldin Bella wird zu makellos, zu bewundernswert, zu heldenhaft… ein bißchen Schwäche hätte ihr nicht geschadet. Der gelungenste Abschnitt war meiner Meinung nach das Buch “Jacob”.
Insgesamt aber eher Bella-und-Edward-zum-Abgewöhnen. Danach hat mana uch wirklich genug davon.