Es ist ein paar Monate her, dass ich hier über den ersten Teil der Trilogie geschrieben habe, aber erst jetzt bin ich dazu gekommen, auch den zweiten Band zu verschlingen.
Im Prinzip gelten die gleichen Kritikpunkte wie bei “Verblendung” auch, aber ich muss zugeben, dass die Sex-Szenen diesmal erfreulicherweise etwas in den Hintergrund getreten sind – die Gewalt und Brutalität dagegen häufiger detailliert beschrieben wurde. Nunja…
Inhaltlich bietet sich auch hier wieder Spannung vom Feinsten und mit Lisbeth Salander eine Figur, deren Verhalten und deren Anderssein doch sehr zu fesseln vermag. Allerdings leidet meines Erachtens die Glaubwürdigkeit etwas und die Handlung wirkt stärker konstruiert als im vorangegenagenen Teil.
Positiv erwähnen möchte ich auch noch, dass Erika Berger und ihre (Dreiecks-)Beziehung zu Mikael Blomquist auch deutlich in den Hintergrund treten, da so viele neue Personen einzuführen und ihre Geschichte zu erzählen ist. Ich hatte die Figur ja schon zuvor als entbehrlich empfunden.
Was hier ebenfalls deutlicher wird, ist die Tatsache, dass es einen dritten Teil gibt. Wirkte der erste Band noch in sich geschlossen und gab es auf nahezu alle Fragen eine Antwort, so ist hier sehr deutlich, dass es noch weitergehen soll und diverse Handlungsstänge verlaufen erstmal im Sande – wobei man sich sicher sein kann, dass sie in “Vergebung” wieder aufgenommen werden.
Das Produktplacement nervt auch hier wieder – in ein paar Jahren wird vermutlich auch niemand mehr daran interessiert sein zu lesen, welche genauen Modelle von IKEA-Möbeln Lisbeth in ihrer Wohnung stehen hat, weil sie bis dahin vermutlich aus den Katalogen verschwunden sein werden. Und ob Lisbeth nun einen Mac benutzt oder nicht, meine Güte, ist das nicht völlig wurscht? Muss man sich so an Werbung und Markt binden, statt zeitlos zu bleiben? Hat(te) Stieg Larsson das nötig?
Alles in allem bleibt es aber ein spannendes Buch mit gutem Unterhaltungswert.
Taschenbuch: 768 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (August 2008)
ISBN-10: 3453433173
