Diese Novelle, die bereits in den vierziger Jahren erschien, ist ein sprachliches Kleinod. Sie handelt von der Liebe in Zeiten der Trennung, denn (so die Rahmenhandlung) der Dichter Fabeck muss sich von seiner Geliebten Christine trennen und erzählt ihr vor seiner Abreise eine Geschichte von Liebenden, denen es ebenso erging. Nun folgt die eigentliche Geschichte von Oktavia und Lysander. Er schenkt ihr einen spanischen Rosenstock, an dessen Zustand sie immer seine Gesunheit ablesen kann. Durch Intrigen, Eifersucht und Hinterhalt wird nun versucht, einem anderen den Weg zum Herzen der Dame zu ebenen, allerdings schlägt dies trotz allem fehl und natürlich werden die Liebenden am Ende vereint.
So einfach und beinah vorhersehbar die Geschichte letztlich ist, so ist sie doch wunderschön erzählt. Allerdings finde ich es schade, dass, kaum hat man sich so richtig eingelesen und der Erzählteppich ist vor einem ausgebreitet, es plötzlich in einem vielfachen Tempo weitergeht. Das Ende ist blitzschnell erzählt, als wäre dem Autor die Lust vergangen ebenso detailreich und gemächlich fortzufahren.
Ich habe mir zwar sagen lassen, dass es durchaus üblich war, den Anfang einer Novelle viel gemächlicher zu erzählen als das Ende, trotzdem missfällt mir dieser abrupte Wechsel, weshalb ich dann doch einen Punkt abziehen muss.
Für Liebhaber der Novelle ein wirkliches Schmuckstück – für alle anderen immerhin eine klassische, romantische Liebesgeschichte.
Gebunden: 59 Seiten
Verlag: Arche Verlag; Auflage: Neuausg. (2001)
ISBN-10: 3716022926
