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Der dritte Teil um die ehemalige Wanderhure Marie ist im Stil seinen Vorgängern sehr ähnlich: ebenso spannend geschrieben aber gleichzeitig strotzend vor Unwahrscheinlichkeiten. Die erneut schwangere Marie wird von Hulda, der Witwe ihres Todfeindes, entführt. Diese will das Neugeborene als ihren Sohn und Erben ausgeben, während sie Marie an Menschenhändler verkauft, diese ins ferne Russland verschleppen. Alles dreht sich nun darum, wie Marie iher Rückkehr gelingt (das “ob” steht außer Frage) und was derweil ihr Michel erlebt, der vom Kaiser wieder verheiratet wurde mit einer wesentlich jüngeren, ehrgeizigen Tochter eines Adligen: Schwanhild.
Schwanhild – schon der Name bringt mich zum Würgen, also sehr passend für eine von den “Bösen”. Auch wenn es hier erfreulicherweise nicht ganz so schwarz-weiß ist. Zumindest Schwanhild kann man ihre Flirten mit dem Kastellan verzeihen, wenn man bedenkt, dass Michel kein Interesse an ihr hat, weil er noch immer seiner Marie nachtrauert. Irgendwo verständlich, dass eine junge Frau sich dann anderweitig orientiert und eine Schuletr zum Ausweinen sucht…. weniger verzeihlich ist natürlich ihr Verhalten gegenüber dem Personal und ihr Standesdünkel, auch wenn das damals wohl normal war.
Die Erlebnisse Maries in Russland sind schon interessant – zumal mich Andrej sehr an den Helden aus “Die Tatarin” erinnert… zwar wird kurzfristig ein Begehren Maries angedeutet, doch dies erweist sich dann (leider?) als eine Sackgasse. Eigentlich schade, denn der ach-so-perfekten Marie hätte eine kleine, leidenschaftliche außereheliche Affäre ganz gut angestanden. Das hätte es irgendwie ein wenig glaubhafter gemacht…. und immerhin liegt ihr Gemahl zeitgleich ja auch mit einer anderen Frau im Bett, bloß weil jemand sie zu seiner zweiten Ehefrau bestimmt hat. Erstaunlich, dass er als Held sich nicht weigert den Beischlaf und somit die Ehe zu vollziehen. Aber, den Eindruck gewinnt man, er ist ja auch nur ein Mann mit entsprechenden Bedürfnissen…. seltsam, dass Frau solche Bedürfnisse nicht zuhaben scheint! Wieder das Bild vom Mann als treibgesteuertem Wesen?
Hulda scheint auch die einzige Böse zu sein, die halbwegs Hirn abgekriegt hat, aber sie ist ja auch eine Frau. Bilde ich mir diese leicht feministische Grundhaltung der Romane nur ein oder ist das tatsächlich die Einstellung der Autoren (beider?).
Wie auch immer – das Buch liest sich flüssig weg, ist gute, spannende wenn auch seichte Unterhaltung. Das richtige zum Entspannen.
Broschiert: 720 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (1. April 2007)
ISBN-10: 3426635054