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Dies ist die Fortsetzung der “Wanderhure“- Marie lebt zufrieden und rehabilitiert mit ihrem Gemahl Michel Adler auf der Burg Rheinsobern. Als sich dann noch Kindersegen einstellt, scheint das Glück vollkommen, wäre da nicht der große Aufstand der Hussiten in Böhmen, wohin Michel in den Krieg ziehen muss und kurz darauf für tot erklärt wird. Vor lauter Verzeiflung versucht Marie herausfinden, wie es zu dem Unglück kam und wo ihr Mann begraben liegt. Bald gibt es jedoch Anzeichen, dass Falko von Hettenheim hier seine Finger im Spiel hat. Hat er dafür gesorgt, dass Michel Adler zu Tode kommt oder hat er gar selbst Hand angelegt? Auf der Suche nach Zeugen für die möglicherweise letzte Schlacht ihres Mannes, reist Marie als Marketenderin mit einem Heereszug in die Gebiete der Aufständischen.
Ähnlich wie im ersten Teil als Wanderhure reist Marie nun herum, allerdings ohne ihren Körper wegen finanzieller Sorgen verkaufen zu müssen. Sie lernt andere Marketenderinnen kennen, die ihren Gefährtinnen aus der Vorgeschichte jedoch recht ähnlich sind (z.B. Oda scheint eine zweite Hure Berta zu sein), dafür kommen aber noch weitere Personen ins Spiel: Junker Heribert, der sich in Marie verliebt, ohne zu wissen, wer sie ist; Heinrich von Hettenheim, Vetter ihres Feindes und ebenfalls ein erbitterter Widersacher Falkos sowie Hiltruds Ältester Michi, der Marie begleitet hat.
Die Geschichte ist zwar vorhersehbar, zumal Michels Überleben durch zwei Erzählstränge von vornherein feststeht, aber wie gewohnt fesselnd erzählt. Sicher, auch diesmal lässt die Glaubwürdigkeit zu wünschen übrig und die Menge der glücklichen Zufälle ist einfach zuviel, aber läßt man sich auf die Geschichte ein, wird man wieder gut unterhalten. Für meinen Geschmack zwar immer noch zuviel Sex und Vergewaltigungen – aber etwas weniger als im vorigen Buch. Trotzdem frage ich mich, ob sich die Autoren keinen Bösewicht vorstellen können, der nicht triebgesteuert und brutal um sich kloppend durch die Gegend läuft. Auf einen intelligenten Gegner wartet man leider vergebens…
Was leider wirklich nervt, sind die “Holzhammerübergänge”, in denen Marie Visionen von ihrem Ehemann hat, welche oh Wunder tatsächlich ganz exakt mit der Realität übereinstimmen. Das hätte nicht sein müssen! Ebensowenig die ständige Wiederholung der großen Liebe zwischen Michel und Marie. Außerdem hätte ich mir bei den beiden Helden schon die ein oder andere Schwäche gewünscht – nur mal so zur Abwechslung. ![]()
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. April 2006)
ISBN-10: 3426631709