




Afghanistan – jeder kennt dieses Land aus den Nachrichten, jeder denkt automatisch an den jahrelangen Krieg. Etwas anderes verbindet man meist nicht mit diesem Land und genau das war wohl für Khaled Hosseini, den gebürtigen Afghanen, der heute in den USA lebt, der Grund, über das Afghanistan zu schreiben, welches er selbst kennengelernt hat.
Sein Roman beginnt in den 70er Jahren, also vor dem Krieg. Er schreibt über die Freundschaft zwischen Amir, Sohn eines reichen Paschtunen, und Hassan, dem Sohn seines Dieners. Beide Jungen sind sehr verschieden und wachsen auch unterschiedlich entsprechend ihrer sozialen Zugehörigkeit auf – und doch verbindet sie sehr viel. Zum Beispiel ihre Liebe zu den Drachen, die sie bei Wettkämpfen in den Himmel steigen lassen.
Doch ihr Verhältnis zueinander ist nicht ungetrübt, denn Amir buhlt um die Aufmerksamkeit seines Vaters, genießt seine Überlegenheit durch Erziehung und den Zugang zu Bildung und hat doch ebenso Angst vor dem größeren Jungn Assef, der die kleineren drangsaliert - und so kommt es, dass Amir die Freundschaft zu Hassan doch verrät und sie sich dadurch aus den Augen verlieren.
Viel später, nach vielen Jahren des Krieges, kehrt der erwachsene Amir aus Amerika zurück nach Kabul, um Hassan zu suchen und Vergebung für seine Schuld zu suchen. Doch nichts ist mehr so, wie es damals war.
Ein sehr anrührendes und zugleich spannendes Buch über eine Freundschaft in einer schwierigen Gesellschaft, über Lügen, die das eigene und andere Leben verändern, und ganz nebenbei eine Geschichte über die Ereignisse in Afghanistan. Man spürt die Verbundenheit des Autors mit diesem Land, obwohl er dort schon so lange nicht mehr lebt. Leider merkt man eben auch, dass der Autor nach Amerika ausgewandert ist und wie ein typischer Einwanderer, der schreckliche Erlebnisse hinter sich lassen konnte, der neuen Heimat gegenüber eine sehr viel positivere Sichtweise an den Tag legt - soll heißen: ein übermäßig positives Amerikabild zeichnet Hosseini hier, das ich so gar nicht teilen kann.
Aber Amerika ist zum Glück auch nicht das Thema des Buches!
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