




Auch dieser Roman vom Münchner Autorenehepaar behandelt wieder eine starke Frau, die ihren Mann steht. Dabei stehen diesmal mehr als zuvor historische Ereignisse im Vordergrund, wohingegen die Liebesgeschichte nur in wenigen Seiten abgehandelt wird. Man könnte also eher von einem historischen Abenteuerroman sprechen, alsbei den vorangegenagnen Werken.
Dieser Roman spielt größtenteils in Italien des Trecento, wo der machthungrige Gian Galeazzo Visconti danach strebt, seinen Machtbereich auszudehnen und die benachbarten Herzogtümer zu unterwerfen. Auch wenn der Streit zwischen Guelfen (papsttreu) und Ghibellinen (kaisertreu) nicht im Detail erläutert wird, hilft es doch sehrbeim Verständnis diese Hintergründe zu kenne und von der ein oder anderen Familie mal gehört zu haben (oder mal bei Wiki reinzuschauen
)
Im Zentrum steht die Protagonistin Caterina Eldenberg (italianisiert dann “di Monte Elde), die aus ihrer Heimat Schwaben nach Italien reist, um dort ihren Vater, einen Söldnerführer, zu treffen und dort in Sicherheit zu sein vor den Nachstellungen und einer erzwungenen Heirat mit dem Sohn eines Gläubigers ihres Vaters. Bei ihrer Ankunft in Italien muss sie allerdings feststellen, dass ihr Vater undihr Bruder heimtückisch ermordet wurden, sein Heer führerlos istund um sie herumPolitik und Intrigeherrschen. Caterinaversucht die Leitung des Heeres zu übernehmen und so zu führen, wie ihr Vater es getan hätte. Dass sie dabei zahlreiche Schwierigkeiten hat, versteht sich von selbst….
Wer die anderen Romane von Iny Lorentz mag, wird sich auch hier schnell zurechtfinden, auch wenn die Lovestory die Erwartungen diesmal nicht erfüllen kann – andererseits durchaus erfrischen, dass diesmal die Aktionen im Vordergrund stehen und die Schwierigkeiten der damaligen Herrschenden und ihrer Heere, die manchmal wie Schachfiguren agieren müssen. Das italienische Flair wird gut nachgezeichnet, ein paar sprachliche Bröckchen werden eingestreut, allerdings stört es dann umso mehr, wenn dabei Fehler auftauchen:
“>>Bei der Heiligen Jungfrau und sämtlichen Aposteln, Ihr könnt mich nicht zu Monte Eldes Soldaten schicken! Das sind Tedesci, Wilde und Barbaren, die nur ihren niedrigsten Instinkten folgen.<<” (S. 84)
Jedem Leser, der auch nur die Grundregeln des Italienischen versteht, fehlt hier ein ganz bedeutender Buchstabe: der Plural von “Tedesco” (der Deutsche) ist nunmal “Tedeschi”. Käme dies nur einmal vor, könnte man von einem Druckfehler ausgehen, da die Pluralform aber konsequent falsch geschrieben ist, kann man leider nur Unkenntnis vermuten – und es wirft auch auf den Lektor kein sonderlich gutes Licht.
Wenn man aber von solchen sprachlichen Mängeln absieht, bietet dieses Buch gute Unterhaltung und vermittelt ganz nebenbei und ohne Anstrengung ein paar historische Kenntnisse. Leider scheint die Mehrheit daran nicht interessiert zu sein, sondern lieber auf die einfachen Liebesgeschichten zu stehen – zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich die enttäuschten Meinungsäußerungen im Internet lese: dort beschwert man sich über Homoerotik und Langeweile. Ersteres ist zwar sicher eine Geschmacksfrage(und ist meiner Meinung nach in dem Buch auch überflüssig), letzteres entsteht jedoch nur, wenn man sich für die tatsächlich historischen Ereignisse nicht interessiert!
Broschiert: 569 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. November 2008)
ISBN-10: 3426502778