Marlen Haushofer – Die Mansarde

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Ähnlich wie in ihrem erfolgreichen Roman Die Wand wird in diesem Roman Die Mansarde das psychologische Gespür der Autorin (1920-1970) deutlich.

Erzählt wird in einer Woche von Sonntag bis Sonntag die Geschichte einer Frau, die in einer unbefriedigenden Ehe lebt. Diese Ehe ist nach vielen Jahren nur noch eine Farce und die Ruine eines länger zurückliegenden Ereignisses, dass die Eheleute nachhaltig voneinander entfremdet hat.Was für ein Ereignis dies war, erfährt der Leser erst spät: die Erzählerin war plötzlich (vorübergehend) taub geworden und wurde daraufhin von ihrem Mann in eine Berghütte geschickt unter Aufsicht eines Jägers. Es wird so dargestellt, als sei eine Ehe und das erziehen von Kindern in diesem Zustand nicht möglich. Die Frau leidet unter dem ambivalenten Gefühl einerseits von ihrer Familie verstoßen und vergessen worden zu sein, andererseits ist sie froh über die Abgeschiedenheit, die Nähe zur Natur und das Alleinsein mit ihren Gedanken. Als sich ihre Taubheit legt, kehrt sie zu ihrem Mann und ihrem Sohn Ferdinand zurück und versucht über Jahre hinweg ein “normales” Leben zu führen – doch ihre künstlich aufrecht erhaltenes Familienleben und Hausfrauendasein wird gestört als jemand ihr Briefe mit ihren alten tagebuchähnlichen Aufzeichnungen über die Zeit in den Bergen schickt.

Für mich war der Roman allerdings schwer nachvollziehbar, weil das besagte Ereignis, welches die Ehe so gestört hatte, heutzutage wohl kaum so schwerwiegend wäre. Ich kann mir kaum einen Mann denken, der seine Frau wegschickt, bloß weil sie ihr Gehör verloren hat. Ähnlich wie bei Die Wand befindet man sich als Leser in einer Erwartungshaltung – die Spannung des Romans beruht hauptsächlich auf dieser Erwartung, dass etwas passieren möge, doch es “passiert” eigentlich nicht, sondern man erfährt nur nach und nach Dinge über den Alltag und die Vergangenheit der Personen. Vielleicht resultiert daraus auch  meine Empfindung eines unbefriedigten Schlusses.

Verlag: Fischer-TB.-Vlg., 1986
ISBN: 3596254590
201 Seiten

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