Joan Aiken – Die jüngste Miss Ward

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Genau einen Tag habe ich gebraucht, dieses Buch zu verschlingen. Es war genau das richtige für meine Stimmung.

Von Beginn an hat mich das Schicksal von Harriet Ward gefesselt, die, in ihrem Elternhaus als weitere Tochter, bei ihrem Onkel einquartiert wird, bloß weil dieser ihrem Vater Geld schuldet, dass er nun durch das Aufziehen von Hatty “zurückzahlen” soll.

Es ist erstaunlich, wie gut sich Hatty in diese neue Familie einfügt. Sicher, sie ist eine durch und durch positive Heldin – trotzdem wirkt die Geschichte keineswegs langweilig. Ihre Freundschaft mit ihrem Vetter Edward, dessen Eskapaden, welche schließlich auch Hatty um ihre neue, liebgewonnene Ziehfamilie bringen…. die furchtbare, verbitterte Lady Ursula, der hilfsbereite, geradezu revolutionär denkende Lord Camber… Figuren, die einem Seite um Seite so vertraut werden, dass man davon nicht loskommt. Und dann ist doch viel schneller als man möchte die Geschichte aus.

Das unerwartete Ende, das viel zu schnell erzählt ist, gleichzeitig aber so offen ist, dass man gar nicht umhin kann, die Geschichte im Kopf weiterzuspinnen.

Und das ganze mit ähnlich leichter Feder geschrieben, wie seinerzeit Jane Austens “Mansfield Park”. Allerdings ist die Verknüpfung zu diesem Roman sonst recht lose, so dass man dessen Handlung nicht kennen muss, um dieser Geschichte folgen zu können. Tatsächlich hat Joan Aiken ihre Geschichte der Handlung sozusagen wegbereitend vorangestellt.

Gebundene Ausgabe 439 Seiten
Verlag: Diogenes (2000)
ISBN-10: 3257062338

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