Joan Aiken – Du bist ich

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Dieses Buch beginnt damit, dass zwei Mädchen, die sich sehr ähnlich sehen und bsiher gemeinsam ein Internat besuchten, beschließen, die Rollen zu tauschen (wie bei Kästners Doppelten Lottchen).
Die eine ist Louisa, stammt aus einer reichen englischen Landadelsfamilie. Sie möchte nach Indien gehen und dort als MIssionarin tätig sein, was ihre strengen Eltern aber nicht für sie vorgesehen haben.
Die andere, Alvey, stammt aus Neu-England (Amerika) und hat keine Familie mehr. Sie lässt sich überreden als Louisa auf das Landgut zurückzukehren, schließlich hat man Louisa dort über Jahre nicht gesehen und wird sie schwerlich erkennen…
Dort erwartet sie also ein riesiger Hausstand: Eltern, Großmutter, acht Geschwister, Personal….

Das zweite Mal habe ich nun dieses Buch gelesen (zuletzt Anfang März 2006) und es war wieder ein Genuss. Die Geschichte beginnt mit einem Gespräch zwischen Louisa Winship und Alvey Clement. Zwei Mädchen, die vom Charakter nicht unterschiedlicher sei könnten, die sich aber Äußerlich sehr gleichen. Diese Ähnlichkeit ist der Grund, dass die verwöhnte Louisa der “Waisen” Alvey einen Vorschlag unterbreitet, der aberwitziger nicht sein könnte. Da Louisa nun einmal gegen den Wunsch ihrer Eltern als Missionarin nach Indien reisen möchte, schickt sie einfach Alvey an ihrer Stelle nach Northumberland zurück. Alvey, eigentlich zu vernünftig um sich auf diese Täuschung einzulassen, willigt schließlich doch ein und so beginnt das Verwirrspiel.

Auf einmal hat Alvey eine ganze Reihe von (teilweise eingeweihten) Schwestern und Brüdern sowie einige Dienstboten, wo sie doch zuvor ein Einzelkind war und zu ihren Eltern auch keinen Kontakt mehr hat.

Die Schilderung der Familienverhältnisse und ihrer Verwicklungen ist ein wahrliches Lesevergnügen. Die Personen sind, obschon alle unterschiedlich, doch allesamt glaubhaft und so meisterhaft geschildert, dass man sie geradezu vor sich sieht. Positiv fällt außerdem auf, dass die “erwartbaren Klischees” meist nicht eintreten und dass vor allem die Auflösung der Täuschung am Ende ebenso realistisch bleibt wie auch der Beginn und Verlauf der Geschichte. Interessant ist auch, dass weniger die Tatsache im Mittelpunkt steht, wie sich Alvey als Louisa ausgibt, sondern vielmehr, wie sie so nach und nach als sie selbst in die Familie hineinwächst.

Gebundene Ausgabe: 401 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag AG (1989)
ISBN-10: 3257018142

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