




Im Klappentext steht:
Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er liebt die Farbe Rot, hasst hingegen Gelb und Braun. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus. Als aber der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher, aus seiner fest gefügten, kleinen Welt auszubrechen: Mutig stellt er den schändlichen Verbrecher und erfährt außerdem, was es heißt, in der Welt der Erwachsenen zu leben …
Das klingt schonmal ganz Vielversprechend – zumal Autismus ein spannendes Thema ist. Spätestens seit Dustin Hoffmann in “Rain Man”. Und bisher trifft das auch zu:
Christophers “Ermittlungen” sind unfreiwillig komisch und erst durch ihn und seine verzerrte Sichtweise, wird einem klar, wie schwierig Menschen sind und um wieviel schwieriger es für jemanden ist, der Mienenspiel nicht deuten kann und der deshalb die ganzen darin enthaltenen Informationen über das Befinden und Denken des Gegenüber nicht zur Verfügung hat. Ein weiteres Problem liegt für Christopher in der Sprache… Metaphern, Witz, übertragene Bedeutungen – all das kann er nicht verstehen.
Diese Buch macht süchtig. Man will nicht nur wissen, wer Wellington umgebracht hat und waru, sondern man will auch mehr über Christophers Welt wissen, eine Welt, die unsereinem normalerweise verschlossen bleibt und die wir so schwer verstehen. Warum dürfen sich die einzelnen Bestandteile eines Essens auf dem Teller nicht berühren? Was ist gegen Gelb und Braun einzuwenden? – Fragen, auf die es keine Antwort gibt – aber plötzlich merkt man, dass es Menschen gibt, die ihre Welt frappierend anders einteilen, und dass man seine Umwelt auch ganz anders wahrnehmen kann.
**** 02.03.2008 ****
Das “Innenleben ” einen autistischen Jungen ist ein interessantes Thema und mir hat das Buch gefallen, zumal die zahlreichen Abbildungen den Text schön auflockern… andererseits bin ich auch nicht durchweg begeistert, denn dafür waren die wesentlichen Punkte des Krimis (Wer hat den Hund getötet und warum?) zu schnell geklärt und alles, was danach kam, verlor dadurch für mich she rstark, so dass mich auch das Ende nicht so sehr befriedigt hat. Auf mich wirkte es ein wenig wie “keine Lust mehr, die Luft ist raus” und das hat mich nach dem recht guten Beginn irgendwie schon enttäuscht.
Fazit: auf jeden Fall ein interessantes Buch, wenn auch für mich persönlich nicht ganz so gelungen wie “Der wunde Punkt”.
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Goldmann (Dezember 2005)
ISBN-10: 344246093X