Wie Bücher wirklich entstehen… & die Entstehung des Buches überhaupt

“BildErfassungsGerät (BEG): Eine Maschine, mit deren Hilfe im Brunnen Bücher verfasst werden. Das BEG ähnelt einem großen, meist aus Messing gefertigten Trichter (oft mit einem Durchmesser von bis zu acht Fuß), der mit einem polierten Mischpult aus Mahagoni verschraubt ist, das mehr Register und Tasten enthält als die Klaviatur einer Orgel. Während die Geschichte aufgeführt wird, werden die Handlungen, Dialoge, Gefühle etc. vom Aufnahmetrichter erfasst, am Mischpult gemischt und als Rohmaterial an TextGrandCentral geschickt, wo es die Wortschmiede in lesbaren StoryCode hämmern. Anschließend wird es direkt in die Feder, die Schreibmaschine oder den Wordprocessor des Autors gebeamt. Gleichzeitig geht es über Fußnotofon zurück in den Brunnen. Die Seite wird gelesen, überprüft und – wenn alles in Ordnung ist – dem Manuskript hinzugefügt. Dann können die Figuren weitermachen. Das Schöne an dem System ist natürlich, dass der Autor von alledem gar nichts merkt. Er denkt, dass er alles macht.”

(aus: Fforde, Jasper (2005) “Im Brunnen der Manuskripte”, Dtv München, S. 108)

Ahja, ein Autor hier in Außenwelt macht also gar nichts… eigentlich spielen die Figuren und vielleicht ein paar Rohlinge! und ich dachte immer, Bücher schreiben sei Arbeit.

Die Anfänge der ErzählSysteme:

“Am Anfang war [nein, nicht das Wort] OralTrad. Das erste Upgrade nach zehntausend Jahren war OralTradPLus, das – wegen der besseren Merkfähigkeit – Reime besaß. tausende von Jahren lang war das OTP das einzige Betriebssystem für Erzählungen. Es wird auch heute noch verwendet. Das System verzweigte sich vor ungefähr zwanzigtausen Jahren. Auf der einen Seite entwickelte sich CaveDaubPro (der Vorläufer von PainPlus V2.3, GrecianUrn V1.2, SculptMarble V1.4 und dem neuen, alles umfassenden SuperArtisticExpressions5). Der andere Strang, die foneto-piktischen ErzählSysteme, begann mit TonTafel V2.1, durchlief dann konkurrierende Systeme (WachsTafel, Papyrus, PergaPlus) und mündete schließlich in das preisgekrönte SCROLL, das achtmal upgegradet wurde, ehe SCROLL V3.5 schließlich von dem brandneuen und offensichtlichh überlegenen BOOK V1 weggefegt wurde. BOOK war kompatk und extrem stabil, es war leicht zu lagern und ließ sich risikolos transportieren, man konnte Inhaltsverzeichnisse anlegen und jede Textstelle genau definieren. So hat sich BOOK fast achtzehn Jahrhunderte lang als führendes SpeicherSystem etabliert”

(aus: Fforde, Jasper (2005) “Im Brunnen der Manuskripte”, Dtv München, S. 130)

Das also als ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Buches. Man darf gespannt sein, ob es jemals zur Einführung von UltraWord(TM) kommt… ich wäre schon gespannt auf ein Buch, dass sich dem Leser anpasst und eine übersichtliche Menüführung hat, natürlich ganz ohne Touchpad, nicht berührungsempfindlich sondern Leseempfindlich!

Und ganz nebenbei die Lesegeschwindigkeit zu steigern wäre DIE Rettung für meinen stetig anwachsenden SUB. ^^

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