McCaig, Donald – Rhett

Donald McCaig - Rhett

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Das ist es also… endlich Neues von Rhett Butler (und Scarlett O’Hara). “Vom Winde verweht” habe ich mehrfach gelesen, meine Ausgabe ist bedauerlicherweise recht abgegriffen… und auch “Scarlett” hat mir gefallen, obwohl die ‘echte’ Fans sich dabei die Haare gerauft haben. Ich fands okay… jeder hat schließlich andere Bilder im Kopf und zu meinen hatte das Buch ganz gut gepasst.

Daher auch jetzt große Erwartungen an dieses Buch – und bisher wurden sie nicht enttäuscht. Auch wenn Scarlett diesmal nicht die große Hauptrolle spielt…. das ist mir eigentlich ganz recht, denn Männer sind ja durchaus mein Interessengebiet. ;) So finde ich es durchaus spannend, mehr über die “Nebenfiguren” zu hören. Rhetts Liebe zu seiner Schwester Rosemary, die in Sachen Liebe ja mehr als Pech gehabt hat… Belle Watling… (auch wenn sie mir immer recht unsympathisch war – und auch jetzt noch ist, trotz positiver Charakterzeichnung).

Die ersten 180 Seiten habe ich nun hinter mir gelassen und freue mich zu lesen, wie es weiter geht! Ein richtiger Schmöker für gemütliche Stunden. Und bisher kann ich mir nicht so wirklich erklären, wieso die Leute anderswo so negativ auf dieses Buch reagieren. Klar merkt man, dass es jemand anders geschrieben hat. Na und? Warum soll nicht jemand anders seine Sicht der Geschichte präsentieren!? Und ich finde, bisher läuft es ganz gut. :)

 

******geschrieben am January 26, 2008 um 7:24 pm Uhr ******

Inzwischen habe ich das “Teil I – Antebellum” abgeschlossen – nach etwa 300 Seiten. Jetzt weiß ich auch wieder, was mich an Scarlett O’Hara so gestört hat: dass sie einfach kein Verständnis für Rhett hat, seine Gefühle nicht durchschaut. Ja schon klar, täte sie das, wäre das Buch nach wenigen Seiten zu Ende und die Geschichte nicht spannend. Ich weiß! Aber im wahren Leben würde ich, sollte ich ihr mal begegnen (und hier haben wir die Verbindung zu Jasper Fforde und dem “Brunnden der Manuskripte”, wo sich fiktionale und nicht-fiktionale Personen durchaus begegnen können), würde ich ihr also begegnen, dann würde ich ihr vermutlich schon die Meinung sagen. Und sie wäre mir trotz ihres Aussehens und ihres Temperaments unsympathisch, weils sie so zickig ist und dabei so blind gegenüber anderen.
Ist ein Mann wie Rhett nicht zu schade für so eine Person? Eigentlich ja. Aber man verliebt sich ja schließlich nicht aus vernünftigen Gründen und danach, was gut für einen selbst ist – sondern es überkommt einen einfach. Die Liebe ist wie eine ansteckende Krankheit, man holt sie sich so schnell wie einen Schnupfen – manchmal geht sie ebenso schnell vorbei und manchmal ist sie langwierig wie eine chronische Erkrankung. Der einzige Unterschied: Krankheiten sind immer schlimm, die Liebe kann einem – unter Umständen – auch gut tun!

Ich glaube, in dem ganzen Buch gibt es keine einzige, mir durchweg sympathische Frauengestalt. Weder Belle, noch Melanie … warum nicht Melly? Weil sie mir zu sehr als Gut-Mensch beschrieben ist, weil sie farblos wirkt (wirken soll) und zu ruhig und zu wenig temperamentvoll ist. Scarlett und Melanie sind zwei extreme Pole – warum gibt es nichts dazwischen?

 

******geschrieben am January 29, 2008 um 6:49 pm Uhr ******

So, nun habe ich das Buch doch schneller “gefressen” als ich ursprünglich dachte. Sehr gelungen finde ich, wie McCaig die Übergänge schafft zwischen dem, was an Handlung schon da war und wie er Rhetts Sichtweise und die Handlungsstränge einiger anderer ursprünglich Nebenfiguren dazwischen webt. Einige Stellen, die bei “Vom Winde verweht” recht ausführlich beschrieben sind, fasst er kurz zusammen, z.B. in Briefen zwischen Melly und Rosemary – ein Kunstgriff, der ihn dort, wo er nichts hinzufügen möchte, zügig weiter bringt, ohne etwas Wesentliches auslassen zu müssen.

Ich frage mich, wie das Buch auf jemanden wirkt, der “Vom Winde verweht” nicht gelesen hat… Ich könnte mir aber denken, dass für jemanden, der die Story nicht kennt, einige Figuren recht farblos wirken, da McCaig hier nur die Charakterzüge aufgreift, die bereits bekannt sind und die Figuren nicht im klassischen Sinne neu einführt… für mich war es nur schwierig, in der Erinnerungzu sortieren, was Original-Vom-Winde-verweht und was an meinem Wissen und meinen Eindrücken zu Personen aus “Scarlett” stammt, da sich in meinem Kopf beide (jetzt alle drei) Bücher zu einem Epos vermischen; zu einer einzigen hervorragenden Geschichte.

 

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
Verlag:
Hoffmann und Campe (November 2007)
ISBN-13:
978-3455401004

3 Kommentare

  1. geschrieben am 30. Januar 2008 um 18:28 Uhr | Permalink

    Hmmm, ursprünglich hatte ich ja vor das Buch zu lesen. Dann änderte ich meine Meinung. Inzwischen bin ich wieder soweit, es lesen zu wollen. In unserer Bibliothek hat man es im Bestand, ich werde es mal vorbestellen. Dann kann ich mir meine Meinung bilden.

  2. geschrieben am 30. Januar 2008 um 21:07 Uhr | Permalink

    Warum hattest Du denn Deine Meinung geändert?
    Wie im Forum geschrieben steht sind die Meinungen hierzu ja recht unterschiedlich… kommt vermutlich wie so oft drauf an, was man erwartet und was einem wichtig ist.

  3. geschrieben am 31. Januar 2008 um 16:07 Uhr | Permalink

    Meine Meinung änderte sich, nachdem meine Nachbarin, die das Buch gleich nach Weihnchten las, sagte, “es wird dir wohl nicht gefallen”. Unser Lesegeschmack ist sonst ziemlich gleich. Weil die Meinungen aber so auseinander gehen, will ich mir nun doch selbst ein Bild machen.

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