Thomas Glavinic – Das bin doch ich

Thomas Glavinic - Das bin doch ich

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Das Buch war auch ein Weihnachtsgeschenk – ein sehr schönes. :) Glavinic ist neben Kehlmann und meinem persönlichen Favoriten Glattauer auch ein österreischischer Autor. Die drei unterscheiden sich gewaltig. Bei mir vor allem dadurch, dass ich vom Glattauer fast alle (leider nur “fast”) Bücher gelesen habe, während es bei Glavinic nur eines, nämlich dieses, ist und bei Kehlmann bisher keines – der Arme ruht noch vergeblich auf meinem SUB* und das schon ziemlich lange… genauer gesagt, seit ich das LeseEx von ihm “gefunden” habe… aber ich schweife ab, denn das ist eine andere Geschichte.

Glavinic also…. ist das Buch eine Biographie? Ich bin nicht sicher. Aber es wirkt so – immerhin heißt der Protagonist Thomas Glavinic und ist Autor – und er hat kürzlich ein Buch veröffentlicht: “Die Arbeit der Nacht” (das ist in der STABI** leider ausgeliehen!). Ob das Alter Ego ebenfalls ein Hypochonder ist, das bleibt offen, aber möglich ist alles. Der Protagonist ist es jedenfalls… er schaut sich beim Duschen/Waschen seine “entscheidenden” Körperteile nicht an, weil er fürchtet, etwas zu sehen, was er lieber nicht sehen will. So ganz grob zusammengefasst zumindest. Außerdem hat er Flugangst. Und was er auch hat und davon ganz viel: weniger Erfolg als Kehlmann.

Was mir den Burschen ziemlich sympathisch gemacht hat waren vor allem drei Dinge:

 

  • er ist ein Gewohnheitstier (er isst immer beim Inder auf dem Naschmarkt), auch wenn er sich sagt, dass er es mal anders machen sollte…. komisch, erinnert mich an mich. Ich bin auch ein Gewohnheitstier – allerdings esse ich nicht indisch. Bisher jedenfalls nicht. Egal!
  • er regt sich in den Öffentlichen ebenso über Leute auf wie ich – Leute, die sich übermäßig laut unterhalten (vorzugsweise über peinliche oder sehr private Gegebenheiten) oder die sich die Ohren zudröhnen und die der anderen Fahrgäste gleich mit. Jawohl! Sowas ist vermutlich jedem schon 1000fach passiert – aber es passiert nicht einfach so. Bei uns (also Glavinic und auch mir) erLEBT man es. Man fühlt es, es kommt über einen, man kann sich nicht wehren und man beginnt ganz automatisch sich zu ärgern – sich aufzuregen. Ja, so ist das!
  • eine weitere Gemeinsamkeit – langsam sollte ich mich fragen, warum ich mit einer Person, die ich gar nicht kenne (sofern sie überhaupt in der Form existiert) so viele Gemeinsamkeiten habe! – eine weitere Gemeinsamkeit also ist CIV. Der Kenner weiß jetzt genau, wovon ich spreche und was diese drei Buchstaben bedeuten. Für alle anderen: CIV ist ein Computerspiel, eigentlich Civilization und mittlerweile in der vierten Generation. Und es macht süchtig – allerdings ganz hintertückisch: nämlich nur phasenweise. Mal schafft man es, monatelang nicht zu spielen und dann, ganz plötzlich packt es einen wieder und man zoggt die Nächte durch. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, man zieht sogar noch anderen mit hinein (Multiplayer-Modus!)…. ohja, ganz schlimmes Ding.

Ja, das war also die Zusammenfassung meiner AHA-Erlebnisse mit diesem Buch. Danke, Glavinic, dass ich jetzt hoffen kann, nicht die einzige Verrückte auf diesem Planten zu sein!

*SUB = Stapel Ungelesener Bücher
**STABI = Staatsbibliothek (eigentlich Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky, aber wollen mal nicht so sein….)

Dazu auch: Büchertreff

 

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Hanser Belletristik; Auflage: 1 (25. August 2007)
ISBN-13: 978-3446209121

 

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