




Der Polizist Timo Hartwig, Mitte dreißig, hat gleich drei Probleme auf einmal: erstens einen neuen Fall über einen brutalen Mord einer Familie, zweitens ist er gerade dabei sich in die geheimnisvolle Fremde im Café zu verlieben und drittens ist da noch Malte, der sein Sohn ist, den er nach vier Jahren erstmalig wiedersieht, da seine Ex-Frau ihm zuvor den Umgang verweigert hat. Nun möchte er an einem einzigen Tag den Fall lösen, diese neue Frau kennenlernen und ganz nebenbei seinem Sohn Programm bieten. Dass es dabei einige Schwierigkeiten und ungeahnte Verwicklungen gibt, ist eigentlich klar.
Axel Brauns wurde 1963 in Hamburg geboren und schaffte es, trotz seiner Krankheit (der Autor leidet am Asperger Syndrom, einer Ausprägung von Autismus) das Abitur zu machen und eine Hochschule zu besuchen. 1984 brach er sein Jurastudium ab, um ein Buch über seine autistische Kindheit zu schreiben : »Buntschatten und Fledermäuse«, das 2002 erschien und zu einem Bestseller wurde.
Seine Romane spielen meines Wissen alle in Hamburg und sind gekennzeichnet durch eine sehr bildhafte, poetische Sprache.
Für mich als Hamburgerin ist das Buch natürlich wieder besonders interessant, weil man die Schauplätze alle mehr oder minder kennt (und notfalls mal schnell hinfahren kann). Die Sprache ist wieder einmal sehr schön, aber gewöhnungsbedürftig und es gibt immer noch einige Ausdrücke, die mir nicht ganz klar geworden sind.
Bei dem Sprachstil Brauns ergibt sich eine ganz besondere Wirkung, wenn aus der Beschreibung des Alltags plötzlich ein Horror-Szenario wird.
Es ist schwer zu sagen, ob mir das Buch gefallen hat oder eher weniger – ich fand es vor allem interessant, aufrüttelnd und auch ein bißchen verstörend. Aber es hat mich auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher gemacht.
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (März 2006)
ISBN-10: 3455005861